Als wohl wichtigsten Autoren der lateinamerikanischen Literatur des 21. Jahrhunderts bezeichnet die Berliner Lateinamerikanistin Susanne Klengel (LAI/FU) den chilenischen Schriftsteller Roberto Bolaño. Als Meister der Camouflage, der seine Leser gezielt vor Rätsel stellt und abgründige Szenarien latenter Gewalt schafft, die sich nicht immer spielerisch und ironisch auflösen, sondern bisweilen in extreme Gewalt umschlagen.
Schlagwort: Ibero-Amerikanisches Institut
Erinnerung versus Geschichte – eine mexikanische Kontroverse
Als die mexikanische Geschichtswissenschaftlerin Daniela Gleizer vor einigen Jahren in einem Aufsatz das Bild des Diplomaten Gilberto Bosques revidierte, der als eine Art ‚mexikanischer Schindler‘ in die Geschichtsbücher eingegangen war, erntete sie viel Kritik. Besonders scharf wurde sie von der mexikanischen Filmemacherin Lillian Lieberman angegriffen, die 2010 den Film „Visa al Paraíso“ gedreht hat; eine…
‚Dieses Ehepaar symbolisiert heute die absolute Macht‘
So Gioconda Belli im Deutschlandfunk über den nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega und dessen Frau Rosario Murillo. Der Lateinamerika-Experte und Kulturjournalist Peter B. Schumann (‚Freunde des IAI‘) hat mit Nicaraguas berühmtester Schriftstellerin über die Machtbesessenheit des Präsidenten-Ehepaars gesprochen und dabei einen Vergleich zu Venezuelas Präsident Maduro gezogen, der ebenfalls glaube, sich an der Macht festkrallen zu können….
Berlin, Buenos Aires
2019 jährt sich zum 25. Mal die Städtepartnerschaft zwischen Buenos Aires und Berlin. Wir nehmen dieses Jubiläum zum Anlass, an die Menschenrechtskämpferin Ellen Marx (1921-2008) zu erinnern – deutsch-jüdische Emigrantin und ‚Mutter der Plaza de Mayo‘.*
War Gilberto Bosques wirklich ein Held?
Wie kein anderer versinnbildlicht Gilberto Bosques, mexikanischer Generalkonsul in Marseille von 1940 bis 1942, den Mythos des solidarischen und aufnahmebereiten Mexikos, das zu einem Zeitpunkt, in dem der Welt das Schicksal der europäischen Juden und politisch Verfolgten gleichgültig war, viele zehntausend Exilsuchende ins Land ließ.
‚Orfeu Negro‘
Das Meisterwerk von Marcel Camus. «Der Mythos von Orpheus und Eurydike, mit schwarzen Darstellern in den tropischen Karneval Rio de Janeiros verlegt. Marcel Camus‘ entmythologisierte“ Version des Stoffes ist ästhetisch äusserst geschmackvoll zubereitet, erhält ihren Reiz freilich weniger durch filmkünstlerische Originalität als durch die erregende Exotik der Schauplätze und Darsteller.» («Lexikon des internationalen Films»)
Gioconda Belli in Deutschland
Am 15. November erhielt sie in Darmstadt den Herrmann-Kesten-Preis des deutschen PEN-Zentrums, nun ist sie erneut in Deutschland unterwegs: Gioconda Belli, die lange die Stimme der sandinistischen Befreiungsfront war, bis sie sich Anfang der 1990er Jahre von den Sandinisten abwendet, spricht über die hochbrisante politische Lage Nicaraguas und liest aus ihrem Werk.
„Manchmal waren wir so durcheinander, dass wir die Sängerin krähen und den Hahn Tangos singen ließen“
… erinnert sich – Jahrzehnte später – der mexikanische Schriftsteller Carlos Fuentes an die Zusammenarbeit mit Gabriel García Márquez im Jahr 1964, als sie gemeinsam das Drehbuch zu der Verfilmung von Juan Rulfos Erzählung El Gallo de Oro verfassten. Am Ende hätte ihn ‚Gabo‘ gefragt: Wollen wir wirklich den mexikanischen Film retten oder doch lieber unsere Romane…
„Der goldene Hahn“
„El gallo de oro“ (1964) – ein Klassiker des mexikanischen Kinos – basiert auf der gleichnamigen Erzählung von Juan Rulfo, die in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Der goldene Hahn“ 1984 bei Hanser erschienen ist. Rulfo erzählt hier die Geschichte des bettelarmen Dionisio Pinzón aus San Miguel de Milagro, der durch einen außergewöhnlichen Hahn zu…
Als General Pershing Jagd auf Pancho Villa machte
Die Anfänge der Militarisierung der US-Grenze mit Mexiko Bis 1916 war die Grenze zwischen den USA und Mexiko eine ‚Linie im Sand‘. Sichtbar gemacht einzig durch den Roosevelt-Korridor, einem Grenzstreifen, der im Zuge der Intensivierung transnationaler, wirtschaftlicher Beziehungen 1882 während des Porfiriats eingerichtet wurde. Er war das zivile Projekt einer befriedeten Grenze mit Grenzzoll und offiziellen…
Die letzten Llanos mesteños
Cormac McCarthys Border-Trilogie In den 1990er Jahren, als die USA die Grenze zu Mexiko technisch aufzurüsten begannen, schrieb der in El Paso lebende Gegenwartsautor Cormac McCarthy seine Border-Trilogie – die Romane All die schönen Pferde (All The Pretty Horses), Grenzgänger (The Crossing) und Land der Freien (Cities of the Plain).
Die unermüdliche Molly Molloy
Im Jahr 1995 schlugen in Ciudad Juárez die örtlichen Presse-Fotografen mit einer Foto-Ausstellung Alarm: In nur wenigen Jahren hatten sie in ihrer Stadt mehr als dreihundert Morde dokumentiert, die auf das Konto der Drogenkartelle gingen. Mitte der 1990er Jahre nahm das Juárez-Kartell bereits 250 Millionen Dollar wöchentlich durch den Drogenschmuggel ein. Der mexikanische Anteil der…
