Vom Geist des Widerstands und dem Schwarzen Frühling 2003 in Cuba

Von Peter B. Schumann 2003 wurden in Cuba nach einer tagelangen Hexenjagd 75 Oppositionelle verhaftet, unter ihnen der Nationalpreisträger Raúl Rivero. Es war einer der schlimmsten Akte gegen die Opposition. Als Schwarzer Frühling ging er in die Geschichte der Insel ein. Sie kamen am frühen Nachmittag des 19. März 2003, die Agenten der kubanischen Stasi,…

„Ich will mich nicht vor mir selbst ekeln, weil ich schweige.“Der kubanische Schriftsteller Angel Santiesteban

Von Peter B. Schumann Angel Santiesteban ist einer der wichtigsten, aber auch radikalsten Autoren der kubanischen Gegenwartsliteratur.  In den 1990er Jahren galt er als literarische Hoffnung. Dann verfasste er einen Blog mit dem Titel Die Kinder, die niemand wollte, in dem er sich kritisch mit dem Castro-Regime auseinandersetzte. 2007 erhielt er deshalb Publikationsverbot. Und 2012…

Ileana Rodríguez zu Jean Franco

Im Dezember 2022 ist Jean Franco im Alter von 98 Jahren und nach einem ausgezeichneten Werdegang in den Lateinamerikastudien gestorben. Nach dem Nachruf unseres Vorsitzenden teilen wir nun einen Tribut von Ileana Rodríguez, renommierter nicaraguanischer Literaturwissenschaftlerin und enger Freundin und Kollegin Francos. Jean starb am 14. Dezember 2023 im Alter von 98 Jahren.  Sie ist…

Sergio Ramírez zu seinem Staatsbürgerschaftsentzug

Nach einem Artikel zu der Verbannung von Hunderten von politischen Gefangenen aus Nicaragua, teilen wir nun mit Ihnen ein Interview mit dem Schriftsteller und Ehrenpräsidenten des Förderkreises, Sergio Ramírez, über den von der Ortega Regierung verordneten Entzug seiner Staatsbürgerschaft, zusammen mit weiteren 93 prominenten Oppositionellen: https://elpais.com/internacional/2023-02-17/sergio-ramirez-la-idea-de-arrancarte-nicaragua-es-absurda-es-un-acto-de-debilidad.html Bildquelle: El Periódico/EFE

Sergio Ramírez: Desterrados, pero libres

Letzte Woche hat die Regierung Nicaraguas überraschend 222 politische Gefangene aus dem Haft entlassen und umittelbar danach aus dem Land verbannt, in die USA überführt, und ihnen die Staatsbürgerschaft entzogen. Das spektakuläre Ereignis bringt die zugespitzte politische Lage im mittelamerikanischen Land in eine neue, noch sehr unklare Phase. Dazu schreibt Sergio Ramírez, ehemaliger Vizepräsident Nicaraguas…

Das „Argentinische Tageblatt“ wurde eingestellt.

Widerstand gegen die Nationalsozialisten. Sprachrohr der deutschsprachigen jüdischen Gemeinschaft „Das Argentinische Tageblatt erscheint heute zum letzten Mal“, lautete am Freitag, den 13. Januar 2023, der Aufmacher der Zeitung aus Buenos Aires. 1878 hatte der Schweizer Johann Alemann sie als „Argentinisches Wochenblatt“ gegründet. Er war der Urgroßvater des 95jährigen Juan Alemann, der nun den Nachruf und…

Vandalen zerstören Kunstwerke in Brasilia

Autor: Peter B. Schumann Am vergangenen Sonntag erstürmten Tausende von Anhängern des ehemaligen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro den ‚Platz der drei Gewalten‘ in Brasilia, das Zentrum der brasilianischen Demokratie. Sie zerbrachen Fensterscheiben, zerstörten Mobiliar und hinterließen in vielen Räumen ein Trümmerfeld. Die Meute machte auch nicht vor den zahlreichen Kunstwerken halt, die sich überall befanden….

Zum Tod von Jean Franco

Jean Franco, die Doyenne unseres Ehrenkomitees, ist im Alter von 98 Jahren am 14. Dezember in ihrer Wohnung in Manhattan gestorben. Das bestätigte ihr Sohn gegenüber der New York Times, in der die Todesmeldung am 4. Januar erschien. Jean Franco war geborene Engländerin; 1968 ernannte sie die Universität von Essex zu ersten und damals einzigen…

Wolf Grabendorff: Sturm auf den Kongress in Brasilien

Unser Mitglied, der Politologe und Lateinamerika-Experte Wolfgang Grabendorff, hat in einem halbstündigen Interview im Schweizer Rundfunk die Hintergründe des Sturms auf das brasilianische Regierungsviertel und die Krise in Brasilien ausführlich analysiert. Unter diesem Link ist diese hervorragende Untersuchung zu hören: https://www.srf.ch/audio/tagesgespraech/wolf-grabendorff-sturm-auf-den-kongress-in-brasilien?id=12315121 Bildquelle: Marcelo Camargo/Agencia Brasil

Aufbruch in eine neue Zeit. Brasiliens kulturpolitischer Neubeginn

Von Peter B. Schumann Die Regierungszeit von Jair Messias Bolsonaro war verheerend für die brasilianische Kultur. Er hatte einen Kulturkampf gegen alle gesellschaftskritischen Ausdruckformen entfesselt und nur noch gefördert, was ein positives Erscheinungsbild des Riesenlandes vermittelt. Das alles wird sich jetzt ändern, denn am 1. Januar hat Luiz Ignacio Lula da Silva seine dritte Präsidentschaft…

Starke Gefühle, dramatische Situationen

von Thomas Bremer Vor fünf Jahren, im Herbst 2017, konnte das Ibero die „Sammlung Fernando Eguidazu“ erwerben – mit etwa 50.000 Stücken die größte zusammenhängende Sammlung an spanischer Populärliteratur wohl nicht nur in Europa. Populärliteratur, das heißt hier vor allem Heftchen. Historisch sind das vor allem Romane (gelegentlich auch kürzere Prosaformen), die häufig in Fortsetzungen…