Ruiz Zafón webte aus Realem und Magie packende Barcelona-Geschichten

Er galt als der erfolgreichste spanische Autor der Gegenwart. Mit seinen Barcelona-Romanen rund um den «Friedhof der vergessenen Bücher» wurde Carlos Ruiz Zafón weltbekannt. Mit nur 55 Jahren ist er gestorben. Von Klaus Blume* Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie das literarische Leben nur selten schreibt. Vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Lesern und ohne…

Das Erdbeben von Haiti

„Wenn sich die Erde mit solcher Wucht gegen uns stemmt, wenn sie sich wie ein frisch aus einem Fluss entstiegener Stier schüttelt, dann deswegen, weil sie anfängt auszumisten. Ihr werdet sehen, bald wackelt der ganze Planet.“

Das Wesentliche, Wang Wei und Octavio Paz

  In einer der Würdigungen anlässlich Marcel Reich-Ranickis 100. Geburtstag, wird allen, die sich mit Literaturkritik beschäftigen, geraten, Reich-Ranickis  „Lauter Verrisse“ zu lesen. Das Gleiche rät der Rezensent Nico Bleutge nun auch in Bezug auf  Eliot Weinbergers Buch „Neunzehn Arten Wang Wei zu betrachten“ allen, die sich mit Übersetzen beschäftigen: Weinbergers Buch sei ein Band, den man…

Bolsonaros Kulturpolitik: Der Protest reißt nicht ab

Seit Präsident Bolsonaro in Brasilien herrscht, betreibt er eine radikale Umkehr in der Kulturpolitik des Landes, denn er hält sie für „kommunistisch unterwandert“. Deshalb hat er beispielsweise das Kulturministerium zu einem Sekretariat herabgestuft, die Leitung einer bekannten Schauspielerin übertragen und sie vergangene Woche wieder abgesetzt. Gegen diese Desavouierung der brasilianischen Kultur und ihre Folgen reißt…

Augusto César Sandino zum 125. Geburtstag

Von Peter B. Schumann* „Wer hat mein Vaterland an den Schandpfahl gefesselt? Díaz und Chamorro und ihre Anhänger, die noch immer auf dem Recht bestehen, dieses unglückliche Vaterland zu regieren. Nein! Tausendmal Nein! Die Revolution geht weiter!“ Das schrieb Augusto César Sandino 1927 in einem seiner politischen Manifeste. Nicaragua war damals – wie die meisten…

Zu den peruanisch-chinesischen Beziehungen

In unserem kürzlich veröffentlichen Post Lateinamerika im Detail kam die Sprache auf den Einfluss Chinas in Lateinamerika, der  inzwischen weit über Rohstoff-Handelspartnerschaften hinausgeht. Vor einigen Tagen ist der neueste  Peru-Länderbericht der Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) erschienen, der mit aktuellen Zahlen und Fakten untermauert, dass sich im Fall der peruanisch-chinesischen Beziehungen bereits von einer strategischen Partnerschaft sprechen lässt.

La Cubana oder Ein Leben für die Kunst

Ein Testimonio auf der Opernbühne In diesen Tagen (die Premiere wäre am 26. April gewesen) sollte in der Staatsoper Unter den Linden die Oper „La piccola Cubana“ von Hans-Werner Henze gespielt werden. Das ist auch eine Hommage an den cubanischen Autor Miguel Barnet, auf dessen Roman „La canción de Rachel“ das Libretto beruht und der…

Cine Iberoamericano auf dem DOK.fest München

Das 35. Internationale Dokumentarfilmfestival München findet wegen der Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus online statt und so erstmals in ganz Deutschland. DOK.fest München @home 2020 zeigt vom 06. bis 24. Mai eine Auswahl der besten internationalen Dokumentarfilme auf den heimischen Bildschirmen, darunter 21 Weltpremieren und 69 Deutschlandpremieren. 

Alles Banane?

Keine fünf  Jahrzehnte ist es her, dass die United Fruit Company als Inbegriff eines skrupellosen kapitalistischen Multikonzerns galt.  In seinem berühmten  Canto General  prangerte Pablo Neruda im Gedicht United Fruit Company die Kolonisierung der Länder Lateinamerikas an. In  Hundert Jahre Einsamkeit verarbeitete Gabriel García Márquez den Streik der im Jahr 1928 gegen die Behandlung von United…

Frauenrechte und Lateinamerika

Die lateinamerikanischen Frauenrechtlerinnen, die sich mit dem Problem der Gewalt gegen Frauen beschäftigen, bedauern, dass es in ihren Ländern zwei Wirklichkeiten gebe: die Wirklichkeit der politischen Beschlüsse, in der ihre Regierungen lebten, und die Wirklichkeit  der  Bürger*innen, die die gefassten Beschlüsse nicht erreichten.

Brasiliens Kehrtwende in der Kultur

Bernardo Carvalho im Gespräch mit Peter B. Schumann Brasiliens Präsident Jair Messias Bolsonaro hat für eine so radikale ideologische Kehrtwende gesorgt, wie sie noch nicht einmal die Generäle während der Militärdiktatur in den 1960er bis 1980er Jahren angestrebt haben. Sein Kampf richtet sich gegen das, was er als „marxistische Kultur“ bezeichnet und trifft alle Kulturinstitutionen,…