Engagierte Theaterarbeit in Peru in Gefahr

Aufruf zur Unterstützung Je länger die Corona-Krise anhält, desto stärker geraten viele engagierte Kulturprojekte in Lateinamerika in Existenznot. Yuyachkani, eine Theatergruppe aus Lima, Peru, hat sich jetzt mit einem Hilferuf an die Öffentlichkeit gewandt. Der Förderkreis des IAI unterstützt die Spendenkampagne der Berliner Initiativen Ríos Profundos und Sociedad Académica Peruana e.V. für die laufenden Unterhaltskosten des…

Die Biografie eines Romans: „La ciudad y los perros“

Kann man die Biografie nicht nur einer Person, sondern auch die eines Buches schreiben? Von Thomas Bremer Für den deutschen Bereich hat eine Forschergruppe um Ulrike Meixner und Jörn Münkner von der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel eine Antwort gefunden: ihre ‚Buch-Biografien‘ verstehen sie als Lebensgeschichte einzelner Exemplare eines gedruckten Texts, als Geschichte der Interaktion eines…

Corona-Krise und politische Konfrontation in Brasilien

Der Präsident, die Bevölkerung und die Demokratie unter Druck Die Pandemie ist inmitten einer poli­ti­schen Krise ausgebrochen und macht diese sicht­barer. Der starken politischen Polari­sierung für und gegen den Präsidenten sowie seiner Konfrontation mit den ande­ren Gewal­ten gesellt sich nun ein Streit um das geeignete Corona-Management hinzu, im Kabinett und vor allem mit den Gouverneuren…

Die Autorinnen kommen!

‚Literaturkritik‘ mit dem Schwerpunkt Lateinamerika. Sascha Seiler, Mitherausgeber der „Literaturkritik“, hat in der Juni-Ausgabe unter anderem Gespräche mit zwei „Förderkreis“-Mitgliedern über die neuesten Entwicklungen der Literatur in Lateinamerika geführt: Michi Strausfeld, die 2009 für ihre Tätigkeit als Kulturvermittlerin den Orden Isabel la Católica verliehen bekam,  und Linus Guggenberger, seit 2017 Lektor im Wagenbach Verlag. Während Michi…

„La peste del insomnio“

Dass der Entzug des Schlafes nicht mit ewigem Leben identisch ist, lehrt die Tragödie des  ‚Macbeth‘, der nach dem Mord an König Duncan  keinen Schlaf mehr finden kann und – um sein Seelenheil gebracht – im Wahnsinn endet. Gabriel García Márquez lässt in „Hundert Jahre Einsamkeit“ das fiktive Macondo von einer „Pest der Schlaflosigkeit“ heimsuchen….

Neuer Name – neues Logo!

2020 jährt sich zum zwanzigsten Mal der Tag unserer Vereinsgründung. In einem kritischen Moment der Institutsgeschichte ins Leben gerufen, haben sich die Freunde als Förderer des Ibero-Amerikanischen Instituts bewährt. Und  diesen hauptsächlichen Aspekt unserer Tätigkeit, das Fördern nämlich, machen wir nun  auch im Namen unseres Vereins sichtbar.  Die „Freunde des IAI“  sind nun der „Förderkreis…

Ruiz Zafón webte aus Realem und Magie packende Barcelona-Geschichten

Er galt als der erfolgreichste spanische Autor der Gegenwart. Mit seinen Barcelona-Romanen rund um den «Friedhof der vergessenen Bücher» wurde Carlos Ruiz Zafón weltbekannt. Mit nur 55 Jahren ist er gestorben. Von Klaus Blume* Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie sie das literarische Leben nur selten schreibt. Vor allem durch Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Lesern und ohne…

Das Erdbeben von Haiti

„Wenn sich die Erde mit solcher Wucht gegen uns stemmt, wenn sie sich wie ein frisch aus einem Fluss entstiegener Stier schüttelt, dann deswegen, weil sie anfängt auszumisten. Ihr werdet sehen, bald wackelt der ganze Planet.“

Das Wesentliche, Wang Wei und Octavio Paz

  In einer der Würdigungen anlässlich Marcel Reich-Ranickis 100. Geburtstag, wird allen, die sich mit Literaturkritik beschäftigen, geraten, Reich-Ranickis  „Lauter Verrisse“ zu lesen. Das Gleiche rät der Rezensent Nico Bleutge nun auch in Bezug auf  Eliot Weinbergers Buch „Neunzehn Arten Wang Wei zu betrachten“ allen, die sich mit Übersetzen beschäftigen: Weinbergers Buch sei ein Band, den man…

Bolsonaros Kulturpolitik: Der Protest reißt nicht ab

Seit Präsident Bolsonaro in Brasilien herrscht, betreibt er eine radikale Umkehr in der Kulturpolitik des Landes, denn er hält sie für „kommunistisch unterwandert“. Deshalb hat er beispielsweise das Kulturministerium zu einem Sekretariat herabgestuft, die Leitung einer bekannten Schauspielerin übertragen und sie vergangene Woche wieder abgesetzt. Gegen diese Desavouierung der brasilianischen Kultur und ihre Folgen reißt…

Augusto César Sandino zum 125. Geburtstag

Von Peter B. Schumann* „Wer hat mein Vaterland an den Schandpfahl gefesselt? Díaz und Chamorro und ihre Anhänger, die noch immer auf dem Recht bestehen, dieses unglückliche Vaterland zu regieren. Nein! Tausendmal Nein! Die Revolution geht weiter!“ Das schrieb Augusto César Sandino 1927 in einem seiner politischen Manifeste. Nicaragua war damals – wie die meisten…