Was man über Alberto Manguel wissen muss

Am Dienstag, den 13. Oktober 2020, wird der ehemalige Direktor der argentinischen  Nationalbibliothek  die Festrede zum 90jährigen Bestehen des Ibero-Amerikanischen Instituts halten

Alberto Manguel ist vor allem bekannt durch seine „Geschichte des Lesens“, einem Kaleidoskop von Anekdoten, Zitaten und Betrachtungen um die Lektüre von Büchern von der Antike bis heute. Von Mitte 2016 bis Mitte 2018 war er Direktor der argentinischen Nationalbibliothek.

1948 in Argentinien geboren, wuchs Manguel in verschiedenen Ländern auf (sein Vater war argentinischer Diplomat) und hat selbst in England, Italien, Kanada und auf Tahiti gelebt. In Frankreich hatte er sich in einem kleinen Ort an der Loire ein altes Haus gekauft und in der dazu gehörigen umgebauten Scheune Platz für seine Bibliothek von fast 40.000 Bänden geschaffen – ein Ort, den er in seinen zahlreichen, in viele Sprachen übersetzten Büchern immer wieder beschrieben hat. Im Jahr 2015 – er selbst sagt nur, „aus bürokratischen Gründen“ – musste er dieses „Paradies für einen Leser“ verlassen. In monatelanger Arbeit wurden die Bücher in Kisten verpackt (Manguel hat sein bisher letztes Buch, „Packing my library“, 2018, darüber geschrieben) und in Québec eingelagert.

Dann kam der Ruf nach Buenos Aires. In der ehrwürdigen Nationalbibliothek übernahm er für zwei Jahre als einer der Nachfolger von Borges, den er in seiner Jugend als Vorleser kennengelernt hatte, die Direktion und versuchte, die Katalogisierung und Digitalisierung der Bestände als sein Hauptanliegen voranzubringen. Seit diesem Frühjahr lebt er in Lissabon. Dort wird derzeit seine Bibliothek wieder ausgepackt: im ehrwürdigen Palast des Marquis de Pombal, des wichtigsten portugiesischen Aufklärers und Politikers im 18. Jahrhundert, soll ein Zentrum für die Erforschung des Lesens entstehen; Manguel wird sein Direktor werden und bringt als Grundstock seine Bibliothek ein, die öffentlich zugänglich werden soll. 

So haben Bücher sein ganzes Leben begleitet: von einer großen Anzahl von Anthologien, die er als Herausgeber für unterschiedliche Verlage ediert hat, über seine Bücher zur Geschichte des Lesens und der Bibliotheken seit der Antike, bis hin zu den Umzügen seiner eigenen Bibliothek. Um den 90. Geburtstag des Ibero zu feiern – einer Institution, die in spezifischer Weise die drei Säulen Bibliothek, Forschung und öffentliche Wirksamkeit und Kulturarbeit miteinander verbindet und selbst aus dem Geschenk der Bibliothek des Argentiniers Ernesto Quesada an den preußischen Staat hervorgegangen ist –, ist er ein idealer Festredner. 

Das IAI lädt herzlich ein, virtuell am Festakt zum 90jährigen Bestehen des Instituts am 13.10.2020, 18.00-20.00 h (UTC+2), teilzunehmen. Eine Aufzeichnung der Veranstaltung wird später auf dem  YouTube-Kanal des IAI zu sehen sein. 

Foto: Alberto Manuel via Wikimedia Commons

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