Die Autorinnen kommen!

‚Literaturkritik‘ mit dem Schwerpunkt Lateinamerika.

Sascha Seiler, Mitherausgeber der „Literaturkritik“, hat in der Juni-Ausgabe unter anderem Gespräche mit zwei „Förderkreis“-Mitgliedern über die neuesten Entwicklungen der Literatur in Lateinamerika geführt: Michi Strausfeld, die 2009 für ihre Tätigkeit als Kulturvermittlerin den Orden Isabel la Católica verliehen bekam,  und Linus Guggenberger, seit 2017 Lektor im Wagenbach Verlag. Während Michi Strausfeld  das geschwundene Interesse an Lateinamerika bedauert, hat Linus Guggenberger den Eindruck, dass das Interesse wieder zunimmt. Einig sind sich beide jedoch, was die neue Rolle der Autorinnen in der lateinamerikanischen Literatur betrifft.

Michi Strausfeld:

„Zum Beispiel schätze ich Selva  Almada aus Argentinien sehr, die eine wunderbar poetische Sprache hat, um nur eine der jüngeren Autorinnen zu nennen. Ebenso die vielen Autorinnen, die sich jetzt überall zu Wort melden und unter denen es ganz spannende Stimmen gibt, sogar aus Ecuador und aus Bolivien, über die man immer gesagt hat, aus diesen Ländern käme nie etwas.(…)  Soeben wurde – im Lockdown der Pandemie! –  das Buch von Lina Meruane, Heimkehr ins Unbekannte, ein Essay mit wichtigen Überlegungen, publiziert.“

Linus Guggenberger:

„“Das eigentlich Interessante daran ist ja, dass es sich um eine Generation von Schriftstellerinnen handelt, die, sagen wir mal, ab Mitte der 70er bis Mitte der 80er geboren sind, und einen fast historisierenden bzw. spielerischen Umgang mit der Boom-Literatur, die ja sehr männlich geprägt war, pflegen. Da wird mitunter auch versucht, aus den Leerstellen, die diese männlich dominierte Literatur hinterlassen hat, heraus zu erzählen. Da gibt es keine Totalablehnung mehr wie bei der Post-Boom-Generation. Bei Rita Indiana ist es fast eine Art Sampling des magischen Realismus. Pola Oloixarac baut ganz selbstverständlich Borges-Referenzen ein, ohne dass sie sich daran total abarbeiten muss. Fernanda Melchor nennt den Herbst des Patriarchen von García Márquez sogar als Vorbild, das wäre vor zehn, zwanzig Jahren unmöglich gewesen. Es gibt einen freien Umgang mit dieser literarischen Tradition, ohne sich auf sie festnageln zu lassen.

Die vollständigen Gespräche finden sich hier und hier

 

Foto: Lina Meruane via Wikimedia Commons

 

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